Die Windloch-Höhle in Engelskirchen

Über 6.400 Meter Länge haben die Forscher in der Windloch-Höhle in Engelskirchen-Ründeroth mittlerweile vermessen. Im kommenden Frühjahr wird die Höhle wohl offiziell zur größten Höhle in NRW. Der Fund bei uns im Bergischen ist eine Sensation für die Wissenschaft!

© Arbeitskreis Kluterthöhle

Experten, die Höhlenforscher und Engelskirchens Bürgermeister Gero Karthaus sind sich sicher: Die 150 Meter, die noch fehlen, um die Atta-Höhle in Attendorn zu überholen, wird das Windloch schaffen! Bis zum Frühjahr herrscht allerdings erstmal Zwangspause für die Forscher. Bis zum Ende der Fledermaus-Schutzzeit darf die Höhle nicht betreten werden. Bis Ende März ist sie verschlossen und mit Kameras und einer Alarmanlage gesichert. Ein Jahr nach ihrem Fund wird die Höhle dann zur größten in NRW.

Sensationsfund

Im März diesen Jahres hat man in Engelskirchen mit dem Fund einer Jahrhunderte alten Höhle eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Das „Windloch“, wie man die Höhle inzwischen wegen ihres starken Luftzugs genannt hat, ist vermutlich in der Tertiärzeit vor 60 Millionen Jahren entstanden. Mittlerweile hat man eine Ganglänge von über fünf Kilometern messen können, wodurch das „Windloch“ in die Kategorie Riesenhöhle fällt.

Die Höhle in Engelskirchen liegt damit inzwischen auf dem dritten Platz in ganz NRW, was die Größe angeht - und sie ist noch nicht fertig erforscht. Bis zu zehn Kilometer Länge wären denkbar, damit käme sie in NRW auf den ersten Platz. Zum Vergleich: Die Atta-Höhle in Attendorn gilt bisher als die größte Höhle in NRW mit rund 6,7 Kilometer Länge. 

Einige der bisher entdeckten Gänge sind bis zu fünf Meter breit und zehn Meter hoch. Geprägt sind sie von vielen mineralischen Ablagerungen, Tropfsteinen, Kristallen und Korallen. Es gibt hallenartige Gewölbe von bis zu 40 Metern Länge und 15 Metern Höhe.

Auch für den sehr erfahrenen Höhlenforscher Stefan Voigt war das eine sensationelle Entdeckung. Auch die enormen Gipsvorkommen in der Höhle sind für unsere Region sehr ungewöhnlich und machen die Höhle für die Forschung einzigartig

Die Windloch-Höhle unter Engelskirchen hat sogar eine Korallenstraße zu bieten!© Arbeitskreis Kluterthöhle
Die Windloch-Höhle unter Engelskirchen hat sogar eine Korallenstraße zu bieten!
© Arbeitskreis Kluterthöhle
Für die Forschung ist die Höhle unter Ründeroth einzigartig hier im Bergischen.© Arbeitskreis Kluterthöhle
Für die Forschung ist die Höhle unter Ründeroth einzigartig hier im Bergischen.
© Arbeitskreis Kluterthöhle

Für die Öffentlichkeit geschlossen

Die Gemeinde Engelskirchen plant, dass die Forschungsergebnisse bald in der Aggertal-Höhle öffentlich präsentiert werden – weil die in der Nachbarschaft schon begehbar gemacht worden ist und die neue Windloch-Höhle für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben soll, aber sämtliche Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Des weiteren plant die Gemeinde Engelskirchen die Höhle bei der Planung von neuen Wanderwegen mit einzubeziehen. Bürgermeister Gero Karthaus will die Höhle der Wissenschaft überlassen und so als Aushängeschild nutzen. In den kommenden Jahren bis Jahrzehnten wird die Höhle also ausgiebig wissenschaftlich erforscht werden.

Kristalle in der Windloch-Höhle Engelskirchen.© Arbeitskreis Kluterthöhle
Kristalle in der Windloch-Höhle Engelskirchen.
© Arbeitskreis Kluterthöhle

Winterpause

Bis Ende September gehen die Vermessungen der Höhle noch weiter, dann beginnt die Schonzeit für die Fledermäuse, die in der Höhle überwintern.

Erst danach können die Forscher ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Windloch-Höhle in Engelskirchen

© Radio Berg
© Radio Berg

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