Im Inneren einer Autobahnbrücke

Immer wieder organisieren Techno-Fans illegale Parties in bergischen Autobahnbrücken. Bundesweit reisen dazu Menschen an.

© Brigitte Mackscheidt

Im Inneren der Brücke in Engelskirchen zeigen ein Mitarbeiter und eine Sprecherin der Betreiberin "Autobahn GmbH", welche Lebensgefahren bei solchen Parties lauern. Brigitte Mackscheidt war für Radio Berg im Inneren der Brücke.

Sie riskieren ihr Leben für eine Party. Für eine illegale Party. Techno Fans aus ganz Deutschland kommen ins Bergische, um dort in Autobahnbrücken einzubrechen. Sie knacken die schweren Stahltüren und bauen ihr Party-Equipment in den dunklen, tiefen Hohlräumen unter der Brückenfahrbahn auf. Es gibt keine Belüftung, keinen Strom und keine Fluchtwege. IN einer dieser Brücken haben wir Sebastian Roggenbuck getroffen, dessen Job es ist, durch die Hohlräume zu laufen um die Brücke zu warten. Er sagt: Wenn denen das Dieselaggregat (als Stromgeber mitgebracht) mal brennt oder sie keine Luft mehr kriegen - dann rennt alles in Panik irgendwo hin - im Dunkeln.

Auf TikTok werben die Veranstalter

In Sozialen Medien wie TikTok werden die Parties organisiert. In den Kommentarspalten kurzer Videos der Parties werden die Organisatoren gefeiert. Niemand macht sich Gedanken über die Gefahr.

Außer: Die Organisatoren einer der Parties im Bergischen hatten nicht nur einen Feuerlöscher mitgeschleppt. Sie hatten eine ganz andere Gefahr auf dem Schirm: Corona. Die Beteiligten mussten genesen, getestet oder geimpft sein. So viel Sicherheit soll dann doch sein.

Brückenbetreiber besorgt

Der Trend zu Parties in Autobahnbrücken macht nicht nur Rettungskräften Sorge, sondern auch den Betreibern der Brücken. Sollte es zu einem Brand kommen, ist nicht nur das Leben der Partybesucher in Gefahr, sondern auch die Brücke insgesamt. Die Stahlträger könnten durch die Hitze nachgeben. Die Folge wäre eine Brückensperrung für lange Zeit - und Umleitungsverkehr durchs Bergische. Laut Sabrina Kieback von der Autobahn GmbH wurden die Stahltüren an den Zugängen zum Brückeninneren erneut geprüft. "Wer da rein will, kommt aber rein." Endgültige Sicherheit vor Einbrüchen könne es nicht geben.

Die Autobahn GmbH bittet Anwohner, auf verdächtige Zeichen zu achten und Parties zu melden.

Wenn die Polizei Partybesucher erwischt drohen Anzeigen wegen Einbruchs, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und so weiter.

Im Inneren der Brücke in Engelskirchen zeigen ein Mitarbeiter und eine Sprecherin der Betreiberin "Autobahn GmbH", welche Lebensgefahren bei solchen Parties lauern. Brigitte Mackscheidt war für Radio Berg im Inneren der Brücke.

Im Inneren einer Autobahnbrücke (A4)

© Radio Berg
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