Nur noch mit den Augen reden

Kein verkniffener, kein erstaunt offener Mund, vor allem kein Lächeln: Hinter der Maske wird Kommunikation schwieriger. Wir verstehen unser Gegenüber weniger gut, nicht nur, weil der Stoff die Laustärke dimmt.

© Christo Anestev auf Pixabay

Die Maske verändert unsere Kommunikation, wenn wir in der Öffentlichkeit zum Beispiel mit der Verkäuferin, dem Tankwart, oder der Ärztin sprechen. Wir sehen unsere Mimik nicht mehr. Vor allem, wenn das Lächeln fehlt, ist das schwierig, sagt die Psychologin Ute-Regina Roeder, denn das löst eine Kettenreaktion aus. "Wir entnehmen aus der Tatsache, dass wir selber lächeln, wie wir uns gerade fühlen. Und wenn wir selber lächeln, uns also gut fühlen, dann führt das dazu, dass wir Dinge in unserer Umwelt auch positiver interpretieren. Wenn ich jetzt das Lächeln des anderen nicht sehe, kann das dazu führen, dass ich selber nicht lächle und dass ich deshalb auch etwas weniger positiv interpretiere als ich es tun könnte, wenn diese Lächel-Kette funktionieren würde."

Was helfen kann: Sich vorzustellen, dass der Gesprächspartner lächelt. Man lächelt automatisch mit - und stoppt die Kettenreaktion.

Weitere Tipps von Experten für Gespräche mit Maske:

  • mehr Reden - Lächeln, Zustimmung und Aufmerksamkeit mit Worten ausdrücken
  • Kopfnicken, Hände benutzen (Daumen hoch)
  • beim Zuhören Laute wie am Telefon benutzen, die Aufmerksamkeit und Zustimmung signalisieren

Manch einer malt sich auch ein Lächeln auf die Maske. Hilft - sagt Ute Roeder. Von Tipps anderer Experten: Vor dem Spiegel zu üben, wie sehr man lächeln muss, damit es in den Augen sichtbar ist, oder die Augenbrauen verstärkt zu "benutzen", rät Roeder ab. Das grenze an Schauspielerei und sei nicht mehr authentisch.

Wir sind gespannt, wie sich unsere Kommunikation in den kommenden Monaten ändert!

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