Flanking: Knöchel zeigen im Winter?

Bei einigen Modetrends fragt man sich ja schon: Muss das sein, muss man das machen? Muss ICH das mitmachen? Bei den Promis sind zum Beispiel so winzig-kleine Micro-Handtaschen angesagt. Die sind so winizig, da passt nicht mal ein Lippenstift rein. Das muss man nicht unbedingt verstehen! Genauso wie "Flanking" bei Minusgraden!

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Flanking, das heißt so viel wie "den Knöchel blitzen lassen". Und genau diese nackigen Knöchel sind aktuell auch hier bei uns im Bergischen weiter sehr beliebt, sagt Svenja. Sie arbeitet als Modeverkäuferin in Gummersbach:

Also in der Regel sind es die etwas jüngeren Menschen, die dann häufig kurze Jeans zu ihren Sneakern anziehen. Der Effekt ist halt, dass man rein optisch ein längeres Bein bekommt. Für junge Leute ist das im Moment einfach ansprechend und auf eine gewisse Weise ist auch "sexy"! Ich vermute, dass die Ankle Jeans deswegen so beliebt sind.

Aber nicht nur junge Leute zeigen gerne nackte Haut. Der Trend zieht sich durch alle Altersgruppen. Wobei die Älteren im Winter eher drauf verzichten würden, als die jüngere Generation.

Knöchel zeigen ist weiter Trend© Radio Berg
Knöchel zeigen ist weiter Trend
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Flanking ist also auch bei uns im Bergischen weiter Trend. Und das eben nicht nur im Sommer sondern auch bei tiefsten Minusgraden. Gerade für Eltern oft eine Horrorvorstellung. Aber macht das wirklich krank? Es kommt drauf an, sagt Dr. Thomas Aßmann aus Lindlar:

Jeder Jeck ist anders. Das heißt, es kommt auch jeder Mensch unterschiedlich damit klar. Wenn ich damit gut klar komme, wenn ich also nicht friere, dann kann ich das ruhig versuchen. Aber man muss natürlich sagen, bei Minusgraden sollte man schon vorsichtig sein. Auch an nassen Tagen ist Flanking nicht unbedingt optimal, da man schnell auskühlen kann.

Klingt erstmal logisch. Aber auch hier gibt es eine zweite Seite. Das Flanking kann auch abhärten, sagt Dr. Aßmann:

Natürlich kann dadurch das Immunsystem angeregt werden. Das hat dann einen ähnlichen Effekt wie ein kalter Wasserguß nach einem Gang in die Sauna. Aber auch hier badet man ja nicht Ewigkeiten in dem kalten Wasser.

Ob man jetzt mit blanken Knöcheln durch den bergischen Tiefschnee stapfen will oder nicht, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Für alle, die im Winter unentschlossen vor dem Kleiderschrank stehen hat der Arzt aber noch eine Entscheidungshilfe:

Die Sache ist die, wir haben ja nicht ohne Grund im Winter Kleidung an. Die soll uns wärmen und schützen, gerade vor Erfrierungen. Denn diese sind im Winter ziemlich unangenehm und können auch gefährlich werden.

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