Wermelskirchener Spielwarenhändler sieht kein Licht am Ende des Tunnels

Seit nahezu drei Monaten ist der Spielwarenhändler Wolfgang Müllenmeister aus Wermelskirchen fast ohne Einkommen. Was er am Ladenfenster verkauft, reicht nicht:


Es ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

© HM. Radio Berg

Wolfgang betreibt den Spielzeugladen jetzt schon seit 30 Jahren. Den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hat er gut überstanden:

Es war wie ein großes Abenteuer, es war neu und die Kunden waren bereit, sich auf etwas Neues einzulassen. Jetzt sind sie durchgenudelt,

Kurzarbeit, Homeschooling, Coronainfektionen in Umfeld, das alles verleidet den Kunden die Lust, bei ihm Spielzeug zu bestellen und kontaktlos am Ladenfenster zu kaufen, vermutet Wolfgang. Für ihn hat das fatale Folgen: Er hat fast keine Einnahmen. Überbrückungsgeld zu beantragen, davon rät der Steuerberater ab, der Aufwand sei zu hoch. Also lebt Wolfgang von seinen Rücklagen:

Das fühlt sich an, als ob man das Holz, aus dem man eigentlich sein Altershaus bauen wollte, als Brennholz verheizen würde, um irgendwie zu überleben.

Auf einem Plakat im Schaufenster steht: 10. Woche fast ohne Einkünfte

Aber aufgeben will Wolfgang seinen Laden nicht. Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat er trotz aller Existenzängste noch nicht aufgegeben:

Ich hänge an dem Laden, er ist mein Baby und ich denke, wenn wir wieder aufmachen dürfen, dass das dann auch wieder munter weiter geht.

Bis dahin dahin verkauft er telefonisch vorbestelltes Spielzeug weiterhin auf Abstand am Fenster seines Geschäfts.

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